NAWARO stellt Kraftwerke vorübergehend ab – Investitionen von 24 Millionen EURO geplant

Kraftwerke Rastenfeld und Göpfritz werden konserviert bis die Politik den gesetzlichen Rahmen für den Weiterbetrieb schafft.

Ende letzter Woche hat NAWARO die beiden Werke Rastenfeld und Göpfritz abgestellt. Die Ökostromverträge sind ausgelaufen, bis dato gibt es keine taugliche gesetzliche Nachfolgeregelung.
„Wenn man den Politikern trauen darf, dann ist die Abstellung vorübergehend. Es wird ja immer wieder, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene offiziell versichert, dass der Betrieb der bestehenden Holzkraftwerke gesichert wird. Was diese Aussagen tatsächlich Wert sind, wird man sehen“, so NAWARO Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier.

Seit 2008 erzeugt NAWARO Strom für 30.000 Haushalte aus nachwachsenden Rohstoffen und verwertet rund 20% des anfallenden Schadholzes im Waldviertel. NAWARO hat der Forstwirtschaft seit Bestehen rund 112 Millionen EURO Umsatz gebracht und rund 61 Millionen EURO für Gewerbebetriebe in der Region ausgegeben. „Zudem haben wir an unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 25 Millionen EURO ausbezahlt“, so Kirchmeier. „Wir sind zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor im Waldviertel geworden“.

Schadholzabnahme eingestellt
NAWARO hat die Abnahme von Schadholz gänzlich eingestellt. „Sobald wir wissen, wann wir die Kraftwerke wieder hochfahren können, werden wir selbstverständlich wieder als verlässlicher Partner der Forstwirtschaft am Markt aktiv sein“, stellt Kirchmeier klar.
Auch die regionalen Gewerbebetriebe dürfen mit Aufträgen in Millionenhöhe rechnen, wenn die Kraftwerke zukunftsfit gemacht werden.

Millioneninvestitionen geplant
NAWARO plant 24 Millionen EURO in der Region zu investieren. Die Planungen sind sehr weit gediehen, die behördlichen Genehmigungsverfahren sind auf dem Weg. In Göpfritz soll unmittelbar neben dem Kraftwerk ein Pelletswerk entstehen.
Auf den Dächern der Anlagen werden bis zu 3.000 m2 Photovoltaik installiert. Es werden ca. 10 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. In Summe würden dann rund 450 Arbeitsplätze an den NAWARO Standorten und in den Zulieferbetrieben gesichert. Niederösterreich verbraucht mehr Pellets als es produziert. Diese Lücke soll nun geschlossen werden.

„In der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten denken wir an die Zukunft. Wir investieren und schaffen Arbeit in einer der wichtigsten Zukunftsbranchen, nämlich Erneuerbare Energien. Wir sind bereit.“ ist Kirchmeier überzeugt. „Jetzt ist die Politik gefordert Ihre Versprechen einzuhalten. Wir wollen endlich in die Zukunft investieren!“

 

Herzliche Grüße

Ihr NAWARO – Team

NAWARO musste Produktion im Holzkraftwerk Altweitra einstellen

Es ist traurige Realität: Das Holzkraftwerk in Altweitra musste wegen fehlender gesetzlicher Rahmenbedingungen die Energieproduktion einstellen.

„Letzten Samstag, am 12. September mussten wir unser Werk in Altweitra abstellen“ sagt NAWARO Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier.

Das Holzkraftwerk in Altweitra, erzeugte seit 2008 Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Grund für die Abstellung ist das Auslaufen der aktuellen Ökostromverträge. Seit vielen Jahren weisen wir immer wieder darauf hin, dass wir dringend gesetzliche Rahmenbedingungen brauchen, um einen Weiterbetrieb unserer Kraftwerke zu ermöglichen. Darauf warten wir bis heute. Die Übergangsregelungen aus 2019 haben die Versprechungen jedenfalls nicht erfüllt.“, stellt Kirchmeier fest.

Das Kraftwerk in Altweitra wird in den nächsten Wochen gereinigt und konserviert. Wenn das schon überfällige, dringend erwartete Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) eine wirtschaftlich sinnvolle Wiederinbetriebnahme ermöglicht, dann wird das Kraftwerk wieder hochgefahren. Fakt ist aber, dass die nun leider notwendige Konservierung und etwaige Wiederinbetriebnahme sehr hohe Kosten verursachen, die wieder verdient werden müssen.

Arbeitsplätze und Zukunft

NAWARO und zahlreiche andere Holzkraftwerkbetreiber arbeiten seit Jahren unter größter Rechtsunsicherheit. Das ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Lieferanten unzumutbar.  Leider musste genau deshalb schon der Abgang einiger verdienter, bestens qualifizierter Mitarbeiter hingenommen werden.

Die Kraftwerkstechniker aus Altweitra wechseln nach Abschluss der Reinigungsarbeiten in die zwei verbliebenen NAWARO Holzkraftwerke nach Göpfritz und Rastenfeld. Aber auch hier ist die Zukunft ungewiss da die Ökostromverträge Mitte Dezember auslaufen.

„Wir hoffen auf das Erneuerbaren Ausbau Gesetz. Wenn die Regelungen geeignet sind und die Vergütung ausreichend ist, dann arbeiten wir weiter. Wir sind mitten in den Planungen von Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Teilweise liegen uns sogar die behördlichen Genehmigungen schon vor. Wir wollen damit zusätzliche Arbeitsplätze im Waldviertel schaffen und eine hohe regionale Wertschöpfung generieren.“, so Kirchmeier. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Energieagentur kommt zum Ergebnis, dass NAWARO mit diesen Projekten auch weiter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Waldviertel sein kann.

Schadholzabnahme eingestellt

Der Wegfall der Holzkraftwerke schlägt sich nicht nur negativ auf die Wertschöpfung im Waldviertel nieder, auch Geschäftspartner wie Forst- und Gewerbebetriebe leiden unter der Schließung. In einer Region, in der der Borkenkäfer massive Schäden in den Wäldern verursacht hat, gilt NAWARO als verlässlicher und unverzichtbarer Abnehmer von Schadholz. NAWARO hat bisher knapp 20 Prozent des Schadholzanfalls aus dem Waldviertel verarbeitet.

„Es ist völlig absurd, jetzt Holzkraftwerke mit enormem Aufwand stilllegen zu müssen. Das ist ein Schaden für das Waldviertel. Ich habe bereits vor sechs (!) Jahren, im September 2014, die politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene über die Situation schriftlich informiert und immer wieder konstruktive Lösungsvorschläge gemacht. Die Politik hat das Problem auf die lange Bank geschoben.“ meint Kirchmeier, und fordert die rasche Vorlage des EAG und ein klares Bekenntnis aller Parteien für die Erneuerbaren.  „Nur so ist die Energiewende zu schaffen. Wir sind bereit!“

 

Herzliche Grüße

Ihr NAWARO – Team

Erneuerbare Energie: Wirtschaftsmotor im Waldviertel

NAWARO ENERGIE zählt zu den bedeutendsten Energieproduzenten Niederösterreichs. Dies bestätigt eine aktuelle Studie der Österreichischen Energieagentur.

Die NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH zählt zu den wichtigsten regionalen Wirtschaftsmotoren im Waldviertel. Die drei Holzkraftwerke der NAWARO ENERGIE in Altweitra, Göpfritz und Rastenfeld versorgen rund 30.000 Haushalte mit Ökostrom und tragen wesentlich zur Erreichung der Klimaziele des Landes Niederösterreich bei.

Die Studie betrachtet die ökologische, gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung der Holzkraftwerke der NAWARO ENERGIE seit der Inbetriebnahme Ende 2007 bis heute, und bewertet geplante Investitionen und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung bis 2048.

Die Ergebnisse zeigen die große Bedeutung von NAWARO ENERGIE für den Wirtschaftsstandort Waldviertel. Unter der Voraussetzung, dass das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz den Weiterbetrieb der bestehenden drei Holzkraftwerke ermöglicht, können die positiven Effekte durch zukunftsweisende Investitionen bis 2048 noch deutlich ausgeweitet werden.

Aus der Region für die Region

Aus der Studie „Regionale Biomasseheizkraftwerke“, die unter der Leitung von Lorenz Strimitzer, Österreichische Energieagentur, erstellt wurde, geht hervor, dass NAWARO ENERGIE eng mit der Region verknüpft ist und daher eine große Bedeutung für das Waldviertel hat.

Einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass das Unternehmen seine Rohstoffe zu rund 90 Prozent aus dem Waldviertel bezieht. Die Geschäftspartner, vor allem Forst- und Gewerbebetriebe, schätzen die Verlässlichkeit des Energieproduzenten. Allein im letzten Jahr wurden rund 18 Prozent des gesamten Schadholzaufkommens im Waldviertel von NAWARO ENERGIE verarbeitet. Dazu Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier: „Durch die konstante und verlässliche Abnahme von Schadholz, insbesondere Holz aus Borkenkäferbefall, können wir einen wesentlichen Beitrag zur Waldhygiene leisten. Wir verarbeiten in unseren drei Holzkraftwerken überwiegend Holz, dass für die stoffliche Verwertung, z.B. Sägeindustrie oder Papiererzeugung, keine Verwendung mehr findet. Seit unserer Gründung haben wir der Forstwirtschaft rund 112 Millionen Euro Umsatz gebracht.“ Ein Fortbetrieb der Anlagen und weitere Investitionen sollen diesen Wert in den nächsten Jahren auf rund 461 Millionen Euro steigern.

Sichere Arbeitsplätze

Die Studie analysierte unter anderem die Bedeutung von NAWARO ENERGIE für den Arbeitsmarkt im Waldviertel. Die drei Biomasseheizkraftwerke sichern in der Region aktuell deutlich mehr als 300 Arbeitsplätze. Dieser Wert würde durch geplante Investitionen zukünftig auf über 500 Arbeitsplätze steigen. Die Arbeitsplätze, überwiegend in technischen Berufen, tragen zur Erhaltung der Kaufkraft und des gesellschaftlichen Lebens im Waldviertel bei. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Wirtschaftskrise ist dies von existentieller Bedeutung. „Gerade jetzt ist es wichtig bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen und damit eine hohe regionale Wertschöpfung im Waldviertel zu generieren. Zusätzlich kann damit die Versorgungssicherheit mit Erneuerbaren Energien aus der Region erhöht werden“, so Hans-Christian Kirchmeier.

Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz

Anfang 2021 soll das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) in Kraft treten und die Voraussetzungen schaffen, dass Österreich bis 2030 zu 100 Prozent mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgt wird. „Für die Zukunft unseres Unternehmens, unserer Mitarbeiter und unserer Geschäftspartner ist das geplante Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) entscheidend. Erste Priorität ist die Sicherung unserer bestehenden Anlagen. Wenn das EAG das ermöglicht, dann greift Priorität zwei, nämlich Investitionen in weitere innovative und energieeffiziente CO2 neutrale Projekte, wie z.B. Pelletsproduktion oder Strom- und Wärmeerzeugung mittels Holzvergaser“, zeigt sich Hans-Christian Kirchmeier positiv, „wir wollen weiterhin ein unverzichtbarer Wirtschaftsmotor im Waldviertel sein und unsere erfolgreiche Arbeit für die Energiewende und den Klimaschutz weiter ausbauen.“

 

Im Bild: Gerhard Wandl. Bürgermeister von Rastenfeld, Hans-Christian Kirchmeier, NAWARO ENERGIE Geschäftsführer und Christian Herndler, Betriebsratsobmann

 

Mehr zur Studie unter: www.energyagency.at

 

Herzliche Grüße

Ihr NAWARO – Team

Borkenkäfer und Klimawandel im Waldviertel

Ein Interview mit Oberforstrat DI Gerhard Mader

Die Borkenkäferproblematik ist seit den letzten Jahren ungebrochen hoch! Besonders heuer kam es, bedingt durch den warmen und niederschlagsarmen Winter, zu einem frühen Flug des Waldschädlings. Der Klimawandel begünstigt nicht nur die Anzahl der Borkenkäferpopulationen pro Jahr, welche in den vergangenen Jahren von zwei auf bis zu vier gestiegen sind, die Wälder leiden vermehrt unter Trockenheit. Auswirkungen sind Wurzeltrockenheit, verminderter Saftstrom sowie absterbende Mykorrhiza-Pilze. Letztere sind Symbionten aus unterirdischen Feinwurzeln und Pilzen.

Oberforstrat DI Gerhard Mader

Wir haben mit Oberforstrat DI Gerhard Mader über die aktuelle Situation im Waldviertel und über den derzeitigen Absatzmarkt von Holz gesprochen.

DI Gerhard Mader betreut als Forstsekretär der Landwirtschaftskammer NÖ die politischen Bezirke Horn und Hollabrunn. Da der Bezirk Horn wesentlicher vom Borkenkäferbefall betroffen ist, konzentriert sich das folgende Interview verstärkt auf diese Region.

 

NAWARO ENERGIE: Herr Mader, wie ist Ihre Meinung zum Klimawandel, speziell im nördlichen Waldviertel, und zu den klimatischen Veränderungen im Wald?

Gerhard Mader: Durch die sich ändernden Klimabedingungen sind im zum Teil noch pannonisch geprägten Bezirk Horn die Fichtenbestände fast zur Gänze verschwunden. Ausgenommen sind Gunstlagen, das sind Nordlagen mit guter Wasserversorgung.

Die Fichte braucht im Durchschnitt 600 Millimeter Jahresniederschlag, während der Vegetationszeit um die 370 Millimeter. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, dann leiden die Bäume unter einer Reihe von Schädigungen. Die geschwächten Bäume senden Botenstoffe aus, die dem Borkenkäfer die Bruttauglichkeit des Baumes signalisieren.

Die laufenden Niederschläge, die der Flachwurzler Fichte benötigt, werden massiv weniger. Zudem wird es laufend wärmer. Wären reichlich Niederschläge vorhanden, wäre das Ansteigen der Jahresmitteltemperatur kein Problem, die Bäume würden sogar mit erhöhtem Zuwachs reagieren.

Ein Beispiel: die Stadt Drosendorf im nördlichen Waldviertel war 2018 die niederschlagärmste Stadt in Österreich. Der Jahresniederschlag belief sich auf 295 Millimeter! Auch das benachbarte Raabs an der Thaya (Bezirk Waidhofen/Thaya) ist von Niederschlagsarmut stark betroffen. Die Fichte stirbt großflächig bis in die Jungkulturen ab!

Ein zukunftsorientierter Waldaufbau im Waldviertel liegt in der Begründung bzw. natürlichen Verjüngung von klimafitten heimischen Wäldern. Dazu gehören die Baumarten Tanne, Eiche, Buche, etwas Fichte und etwas Douglasie. Letztere stammt aus Amerika und ist eine trockenresistente Baumart.

Bestandsbegründung, egal ob gepflanzt oder durch Naturverjüngung, kann nur dann gelingen, wenn im Lebensraum Wald auch der Wildbestand in dieser so wichtigen Phase angepasst wird.

 

NAWARO ENERGIE: Berichten zufolge sind auch andere Nadelbäume, wie z.B. die Kiefer, vom Borkenkäfer und Klimawandel vermehrt betroffen. Ist das auch im Waldviertel der Fall?

Gerhard Mader: Selbst Forstleute sind darüber verwundert, dass die Kiefer von den klimatischen Auswirkungen so in ihrer Vitalität geschädigt wird. Der Bezirk Horn kämpft seit den letzten Jahren verstärkt mit dem Problem des Kiefersterbens. Dieser Nadelbaum, mit seinem Pfahlwurzelsystem, steht so wie die Fichte unter Trockenstress. Daher ist sie ebenfalls leicht anfällig für verschiedene Borkenkäferarten.

Es wurden in Österreich bisher ca. 130 Borkenkäferarten an Nadel- und Laubbäumen nachgewiesen, mindestens drei bis vier Arten davon befallen derzeit gleichzeitig die Kiefer. Zu den wichtigsten Borkenkäferarten auf der Baumart Fichte zählen der Buchdrucker und der Kupferstecher.

 

NAWARO ENERGIE: Wie schätzen Sie die aktuelle Borkenkäfersituation im Bezirk Horn sowie im nordöstlichen Waldviertel ein? Wie stark sind unsere Wälder betroffen, und was erwarten Sie für die beginnende Käfersaison?

Eine Waldfläche im Bezirk Horn, die durch Borkenkäfer und Klimawandel zur Kahlfläche wurde. Aufgenommen im Frühjahr 2020.

Gerhard Mader: Die Baumartenanteile im Bezirk Horn entfallen zu je einem Drittel auf Fichte, Kiefer und Laubholz. Die Fichte ist bis auf Jungkulturen und einigen Stangenhölzern fast gänzlich verschwunden. Jetzt geht es der Kiefer an den Kragen. Im Bezirk Waidhofen an der Thaya, speziell in der Gemeinde Raabs, ist es ähnlich. Schon 60% der Großgemeindewaldfläche sind bereits abgestorben und kahl! Derzeit steht die Käferwalze im Raum Dobersberg, im Gmünder Becken sowie im Nordosten von Zwettl (Großraum Allentsteig, Göpfritz/Wild, Ottenstein). Mittelfristig, also schon in den nächsten fünf Jahren, wird die Fichte unter 600 m Seehöhe den Kampf ums Überleben vielerorts verloren haben.

Für das heurige Jahr erwarte ich einen Borkenkäfertsunami in bisher ungeahntem Ausmaß.

Speziell in den beiden zurückliegenden Jahren 2018 und 2019 haben die Bäume fast irreparable Feinwurzelschädigungen im Oberboden erlitten. Der Grundwasserspiegel ist massiv gefallen, wodurch viele Brunnen im Waldviertel einfach ausgetrocknet sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Wald heuer sehr stark zu blühen beginnt. Diese Samenjahre wären einerseits wichtig für die natürliche Verjüngung, sie kosten dem Baum jedoch sehr viel Kraft und die Vitalität sinkt abermals.

Für 2020 befürchte ich in Niederösterreich eine weitere nochmalige massive Zunahme von insgesamt mehreren Millionen Festmetern anfallendem Schadholz. Derartige Mengen sind nahezu unverkäuflich.

 

NAWARO ENERGIE: Wie hoch war das Schadholzaufkommen im letzten Jahr in Ihrem Forstbezirk und im Waldviertel insgesamt? Können Sie sagen, wie viel Prozent der Waldfläche gerodet wurden, und ob diese Flächen zeitnahe wieder aufgeforstet werden?

Gerhard Mader: Die Kahlflächen durch Schadholzanfall im Bezirk Horn belaufen sich auf rund 5.000 bis 6.000 Hektar, davon dürfte ein Drittel im Vorjahr dazu gekommen sein. Im gesamten Waldviertel reden wir von Kahlschlagflächen in einem Gesamtausmaß von 18.000 bis 20.000 Hektar, welche in den letzten drei Jahren entstanden sind. Stark betroffen sind die Bezirke Horn, Waidhofen/Thaya und Krems sowie Teile von Zwettl. Im Bezirk Horn wurden in den letzten drei Jahren ca. 15% der Schadflächen wieder aufgeforstet. Mehr ist nicht möglich, da schlichtweg das Geld und die Arbeitskapazitäten fehlen.

 

NAWARO ENERGIE: Können in der derzeitigen Situation, Stichwort COVID-19, Waldpflegemaßnahmen durchgeführt werden? Stehen aufgrund der Grenzsperre genügend Arbeitskräfte zur Verfügung, und gibt es ausreichend geeignetes Pflanzmaterial?

Gerhard Mader: Durch die derzeitige Situation von COVID-19 leidet die Forstwirtschaft unter massiven Auswirkungen. Wegen der eingeschränkten Arbeitstätigkeit in der Bauwirtschaft und dem völligen Zusammenbruch der Holzexporte nach Italien, ist der Absatz zu unserem wichtigsten Schnittholz-Exportpartner völlig zusammengebrochen. Die Sägewerke drosseln ihre Einschnitte und die Industrie fährt vielerorts oft nur im Einschichtbetrieb.

Vielfach fehlen bei größeren Aufforstungen, vor allem in Forstbetrieben, ausländische Arbeitskräfte für die Frühjahrskultur. Dadurch sind wieder bedeutende Mengen an Pflanzmaterial am Ende der Pflanzsaison frei geworden, die für die heurige Aufforstung gerade noch ausreichen.

Oftmals fehlen Waldbauern oder Forstbetrieben bei größeren Aufforstungsvorhaben einfach die Geldmittel, weil bei der Schadholzernte fast kein Geld verdient werden konnte, oder, so wie vielfach beim Industrieholz, es unverkauft seit ein bis zwei Jahren im Wald liegt und die Erzeugungskosten bereits bezahlt wurden.

Größere Schadflächen von mehreren Hektaren sind hinsichtlich Kultivierung, Etablierung von Schutzmaßnahmen sowie der mehrjährigen Pflege mit den familieneigenen Arbeitskräften nicht mehr durchführbar. Die Erntekosten decken auch bei Förderzuschüssen für Laub- und Mischwaldaufforstungen die Kultur- und Pflegekosten bei weitem nicht mehr ab. Fazit: viele Flächen bleiben kahl. Die Waldbesitzer hoffen daher vielfach auf die Naturverjüngung.

 

NAWARO ENERGIE: Wie sieht der Absatzmarkt für Schadholz im Waldviertel aus? Welche Rolle spielen die Holzkraftwerke in dieser Situation?

Gerhard Mader: Der Holzmarkt ist nahezu völlig zusammengebrochen. Fast niemand kauft mehr heimisches Nadelsägerundholz. Zu groß ist die Verlockung sich österreichweit mit tschechischem Billig-Schadholz einzudecken. Eine Kiefer unter einem Mitteldurchmesser von ca. 35 cm ist nur mehr im Zuge einer vertraglichen Vereinbarung verkäuflich, schöne starke Kiefernbloche sind aktuell unverkäuflich. Das Holzpreisniveau ist gerade dabei sich an tschechische Marktbedingungen anzupassen.

Noch schlechter sieht es beim Industrieholz aus. In jedem Bezirk des Hauptschadensgebietes liegen mehrere Zehntausend Festmeter Industrieholz, manches bereits seit zwei Jahren, weil es keinen Käufer findet.

Forstbetriebe und Waldbauern vermarkten, wenn möglich, einen Teil des Industrieholzes als Waldhackgut für Holzkraftwerke. Diese Holzkraftwerke sind in Krisenjahren ein unverzichtbarer Abnehmer von großen Mengen angefallenem Schadholz. Wenn es auch weiterhin nicht gelingen sollte für das in riesigem Ausmaß anfallende bruttaugliche Material, sei es Waldrestholz (z.B. Äste oder Wipfel), Industrieholz oder Nadelsägerundholz, einen Abnehmer zu finden und damit für einen raschen Abtransport aus dem Wald zu sorgen, ist eine forstliche Katastrophe für das heurige Jahr vorprogrammiert!

In Österreich summierte sich der Schadholzanfall beim Nadelholz im Vorjahr (2019) auf rund 10,5 Millionen Festmeter, mehr als die Hälfte davon war Käferholz, vor allem aus Nieder- und Oberösterreich.

 

 

Ein ereignisreiches Jahr

Das Jahr 2019 neigt sich seinem Ende zu. Vieles hat sich im Sektor erneuerbare Energien getan. Biomasseförderungs-Grundsatzgesetz, neue Initiativen zur Energiepolitik und Neuwahlen im Herbst, die das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) weiter in die Ferne rücken lässt.

Gerade jetzt, wo die Auswirkungen des Klimawandels massiv spürbar sind, müssen wir den Ausbau der erneuerbaren Energien forcieren. Grüne Energie aus Waldhackgut soll eine leistbare und wirkungsvolle Zukunftsperspektive sein.

An dieser Zukunftsperspektive arbeiten wir auch 2020 engagiert weiter.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, sowie ein
erfolgreiches neues Jahr 2020!

 

Herzliche Grüße

Ihr NAWARO – Team

NAWARO – Ein starker Partner

Wir sind ein verlässliches Unternehmen mit Wurzeln im Waldviertel, das sich in den letzten Jahren als starker Partner in der Region etabliert hat. Wir produzieren ganzjährig und wetterunabhängig Energie aus nachwachsendem Rohstoff. Diese Rohstofflieferungen beziehen wir zu mehr als 90 Prozent aus der näheren Umgebung. Unsere Lieferanten, sowohl Landwirte als auch Forstbetriebe, schätzen uns als sicheren Geschäftspartner. Besonders in diesen Zeiten, wo das Schadholzaufkommen im Waldviertel weiterhin enorm ist.

Denn unser Strom wächst nach. Klimaneutral, regional und wetterunabhängig.

 

Stress bei Jungbäumen

Verfärbte Laubbäume im Sommer, verwelkte Blätter am Boden oder erhöhte Zapfenbildung bei Nadelbäumen. All das sind Reaktionen der Bäume auf lange Dürreperioden.

In diesen Trockenzeiten, ausgelöst durch den Klimawandel, bilden auch junge Nadelbäume bereits Zapfen aus, um ihre Zukunft zu sichern.

Jene Bäume, die der Trockenheit leider nicht standhalten können, kommen der energetischen Verwertung zugute.

Wir, die NAWARO ENERGIE, leisten hier einen Beitrag für eine sichere Zukunft. Wir produzieren aus Waldhackgut sauberen Ökostrom. Zum Schutz unserer Umwelt und unserer Mitmenschen.

 

Trockenstress im fruchtbaren Waldviertel

Auch wenn die Temperaturen schon auf Herbst eingestellt sind, verfärben sich die Nadelbäume nicht deswegen braun. Dies ist mehr ein Anzeichen für Trockenheit. Besonders die Fichte mit ihren flachen Wurzeln ist anfällig für längere Trockenperioden.

Auf Grund des Klimawandels, bei dem es immer häufiger zu längeren Trockenphasen kommt, haben die Wälder mit Trockenstress zu kämpfen. Die Wurzeln der Bäume reichen dann nicht mehr zu den tiefer gelegenen Wasserschichten, was zum Absterben des Baumes führt. Trotzdem sind sie noch von Bedeutung. Das abgestorbene Holz wird für die Produktion von erneuerbarer Energie genutzt.

Wir verarbeiten dieses Schadholz zu wertvoller Ökoenergie. Damit sind wir ein unentbehrlicher Partner für die Landwirtschaft und die Forstbetriebe.

 

Die stille Gefahr

Die stille Gefahr, die schleichend und unaufhaltsam im Wald zu Tage kommt, ist der Borkenkäfer. Bei diesem ungebeten Gast unterscheiden sich zwei Arten:

Der Buchdrucker: ca. 4-5mm groß, kommt vorwiegend im dicken Stammbereich vor
Der Kupferstecher: ca. 2mm groß, kommt vorwiegend in der Krone vor

Der Borkenkäfer bohrt sich in die Rinde geschwächter Bäume und legt dort seine Eier ab. Durch den Fraß zerstören die Schädlinge das für den Baum so wichtige Bastgewebe.

Die befallenen Bäume müssen dann so rasch wie möglich entfernt werden. Wir von der NAWARO sind ein wichtiger Partner der Forstbetriebe und Landwirte für Schadholz (auch witterungsbedingt durch Sturm oder Eisbruch, das für die stoffliche Verwertung nicht mehr geeignet ist). In unseren Holzkraftwerken verarbeiten wir ausschließlich Holz aus der Region. Somit leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur Waldgesundheit.

Ohne Umwege. Auf uns können Sie zählen!

 

Herzliche Grüße

Ihr NAWARO – Team

 

 

 

 

 

Tag der offenen Erneuerbaren Energien

Die erneuerbaren Energieverbände starten anlässlich der Klima-Aktionswoche am Energietag, Montag den 23. September 2019, den „Tag der offenen Erneuerbaren“.

Dieser Tag bietet die perfekte Gelegenheit, einen Einblick in die Energiegewinnung aus Biomasse, Sonnenenergie, Wasserkraft und Windkraft zu gewinnen und auf die Dringlichkeit der Klimakrise und die Notwendigkeit der Energiewende hinzuweisen.

Wir freuen uns, Sie in unser Holzkraftwerk in Rastenfeld einladen zu dürfen. Kommen Sie zwischen 13:30 Uhr und 15:30 Uhr vorbei, und informieren Sie sich über die Gewinnung von Erneuerbarer Energie durch Waldhackgut.

Setzen wir gemeinsam ein Zeichen für den Klimaschutz. Denn nur mit der Erzeugung von sauberen Ökostrom können wir unsere Umwelt schützen.

Herzliche Grüße
NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH

BIOEM und Biomasseförderungsgesetz

Die 34. Fachmesse für eine lebenswerte und sichere Zukunft in Großschönau ist zu Ende. Vier Tage lang, rund um Fronleichnam, konnten sich die Besucher über erneuerbare Energie, Klimaschutz und Bauen und Wohnen informieren. Auch unser Unternehmen war mit einem Infostand vertreten. Wir informierten unter anderem über unsere drei Biomassekraftwerke in Altweitra, Göpfritz an der Wild und Rastenfeld, die unterschiedlichen Hackgut-Qualitätsstufen und wie aus Waldhackgut Ökostrom und Wärme entsteht.

All das haben wir ein einem kleinen Biomassequiz verpackt, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gab. Diese Chance ließen sich viele Besucher nicht entgehen. Vor allem die Kleinsten unter ihnen waren vom Glücksrad begeistert.

Am Eröffnungstag freuten wir uns über den Besuch von Landeshauptfrau-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf. In Verbindung mit dem Land Niederösterreich konnten wir bei dem kürzlich beschlossenem Biomasseförderungsgesetz auf seine Unterstützung zählen. Durch sein Engagement wurde ein Passus ins Grundsatzgesetz hineinreklamiert, der es ermöglicht, den für einige Anlagen technisch völlig ungeeigneten Brennstoffnutzungsgrad auszusetzen, wenn mehr als 50 Prozent Schadholz eingesetzt werden.

Niederösterreich hat als erstes Bundesland das Ausführungsgesetz zum Biomasseförderungs-Grundsatzgesetz beschlossen. „Dies ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Holzkraftwerke. Leider sind die festgesetzten Tarife deutlich zu niedrig. Zusätzlich wird sich das für uns so wichtige Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) aufgrund der Neuwahlen um viele Monate verzögern. Wir brauchen daher jetzt dringend weitere gesetzliche Maßnahmen, die den Betrieb der Holzkraftwerke nach auslaufen der Tarife Ende 2020 ermöglichen.“ appelliert Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier an die Politik. Es geht um die Versorgung Niederösterreichs mit regional produzierten erneuerbaren Energien. Zahlreiche Besucher unseres Messestandes äußerten große Sorge wegen der Borkenkäferkatastrophe im Waldviertel, deren Ende derzeit nicht absehbar ist. NAWARO übernimmt zu über 90% Schadholz aus der Region und leistet damit einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung des Käferproblems. Deshalb sind die Holzkraftwerke auf für die Forstwirtschaft so wichtig.

NAWARO beschäftigt 32 Mitarbeiter und sichert inklusive Lieferanten und Dienstleister rund 400 Arbeitsplätze. Damit steigert unser Unternehmen wesentlich die regionale Wertschöpfung. „NAWARO würde gerne 10 bis 12 Millionen Euro in bereits behördlich genehmigte Pelletswerke an zwei Standorten investieren“ so Kirchmeier, und betont weiter: wir haben ein tolles Team, das großartige Arbeit leistet, und verstehen uns auch deshalb als unverzichtbarer Leitbetrieb im Bereich erneuerbare Energien in Niederösterreich.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürgermeister Martin Bruckner, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und NAWARO-Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier zeigen auf, wie wichtig Ökostrom für eine gesunde Zukunft ist. 

BIOEM 2019 – wir sind dabei!

Bei der diesjährigen 34. Bio Energie Messe in Großschönau, 20. bis 23. Juni 2019, sind wir mit einem eigenen Infostand (Stand Nr. 5) vertreten.

Wir zeigen Ihnen, wie aus erneuerbaren Rohstoffen Energie und Wärme entsteht, welche Materialien wir verwenden, in welche Qualitätsstufen wir diese einteilen, und wie ein Kraftwerk überhaupt funktioniert.

All das haben wir in einem kleinen Biomassequiz verpackt, wo es tolle Preise zu gewinnen gibt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Herzliche Grüße

NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH

Wir laden zur Werksführung!

Unser Holzkraftwerk in Rastenfeld öffnet im Rahmen des Rastenfelder Frühlings seine Türen. Bei einer geführten Werksbesichtigung bekommen Sie einen Einblick in die Produktion von Strom und Wärme aus erneuerbarer Energie.

Anlässlich des ersten Frühlingsmarktes in Rastenfeld laden wir Sie ein, uns am Sonntag, 5. Mai ab 9 Uhr am Marktplatz zu besuchen. Informieren Sie sich bei unserem Infostand über die Produktion von Ökostrom und Wärme aus fester Biomasse (Waldhackgut), und lernen Sie einen der größten Ökostromproduzenten Niederösterreichs kennen.

Unser Holzkraftwerk in Rastenfeld produziert Strom für rund 10.000 Haushalte. Die Wärme, die dabei entsteht, wird an das Pelletswerk und das Sägewerk Steininger geliefert. Die Anlage wird mit Hackgut, welches zum Großteil von Lieferanten aus umliegenden Regionen kommt und von regionalen Dienstleistern aufbereitet wird, befeuert.

Die Werksführungen starten jeweils um 11:00 Uhr und um 14:00 Uhr. Treffpunkt ist direkt vor dem Werk.

Weitere Informationen zum Ablauf und zum Rastenfelder Frühling finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

Wir freuen uns auf einen informativen und unterhaltsamen Tag!

 

Einfach sicher – erneuerbare Energie für eine lebenswerte gemeinsame Zukunft.

 

Herzliche Grüße 

Ihr NAWARO – Team